Kaninchenrassen - Rheinische Schecken

Rheinische Schecken
mittelgroße Rasse
Rheinische Schecken

Die Rheinische Schecke ist eines unserer schönsten und am schwierigsten zu züchtenden Kaninchenrassen.
Das Augenmerk des Züchters hat vor allem gerichtet zu sein auf Intensität und Reinheit der Farben Schwarz und Gelb (bis Orange), ebenso auf eine reinweiße Grundfarbe.
Typ und namentliche Größe seien einheitlich, da vor nicht allzu langer Zeit noch von einigen Landesverbänden unterschiedlich größere bzw. kleinere Tiere bevorzugt worden waren.
Die Leistungsmerkmale, die Fehlerqualität eingeschlossen, gilt es weiter zu verbessern.
Josef Heintz, Grevenbroich, Japaner-Züchter, kreuzte eines Tages des Jahres 1901 einen seiner Japaner-Rammler mit einer grau-weißen gescheckten Kreuzungshäsin eines Nachbarn in der Hoffnung, die häufig großflächigen Holländerabzeichen seiner Japaner zu reduzieren.
Der Wurf bescherte ihm u.a. eine dreifarbige Häsin, deren Holländerabzeichen schwarz und gelb durchbrochen waren.
Sie wurde die Stammutter der Rheinischen Schecken.
Als "Heintzsche Schecke" wurde sie in der ganzen Gegend schlagartig bekannt.
1905 wurde die Rasse anerkannt.
Um 1910 schätzte man den Rassenbestand auf etwa 2000 Tiere.
Die bekannten Zuchtschwierigkeiten, der Wirtschaftsrassenrummel und der 2. Weltkrieg dezimierten die Bestände bis auf Reste.
Die Rasse besitzt heute einen überraschend großen und sehr fähigen Kreis von Züchtern.
Merkmale wie Form und Fell wurden in den letzten Jahren nachhaltig verbessert.
Der Körper ist leicht gestreckt, walzenförmig, mittelhoch gestellt.
Der Kopf kurz, kräftig, Stirn und Schnauze breit, Backenpartie gut entwickelt und der Nasenrücken leicht geramst.
Die Ohren sind straff aufgerichtet, fleischig, gut behaart und die Länge dem Körper entsprechend
Der Rumpf breit, walzenförmig, Seiten gut gefüllt und die Bauchlinie gut aufgezogen.
Die Hinterpartie gut gerundet, Rückenlinie ebenmäßig und die Läufe mittellang und kräftig.
Die Unterwolle ist dicht, die Begrannung gleichmäßig, doch nicht zu lang, Fellhaar mit etwa 3cm mittellang.
Die Häsin ist im ganzen etwas feiner gebaut als der Rammler und möglichst wammenfrei
Bei älteren Häsinnen ist eine kleine, gut geformte Wamme gestattet.
Die Grundfarbe in Deck- und Unterfarbe ist reinweiß, die Zeichnungsfarben Schwarz und Gelb seien (ohne Grauzonen) rein und nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt.
Die Merkmale der Kopfzeichnung und der Rumpfzeichnung müssen die Farben Schwarz und Gelb besitzen.
Die Augen sind braun, die Krallen farblos.
Die Kopfzeichnung besteht aus dem Schmetterling, den Augenringen, den Backenpunkten und der Ohrenzeichnung; die Rumpfzeichnung wird gebildet durch Aalstrich und Seitenzeichnung.
Der Schmetterling soll mit vollen Flügeln beidseitig symmetrisch sich bogenförmig bis über die Mundwinkel hinaus erstrecken und seitlich den Unterkiefer schmal einfassen.
Auf der Mitte des Nasenrückens befindet sich, gerade und leicht gerundet der Dorn.
Die Augenringe seien möglichst geschlossen und gleichmäßig breit.
Die jeweils beide Backenpunkte von runder oder ovaler Form sollen frei unter den Augenringen stehen.
Die Ohrenfarbe hat an der Wurzel scharf abgegrenzt zu sein.
Der Aalstrich zieht sich, glatt wie ein Pinselstrich und schwarz und gelb abwechselnd, etwa 2cm breit gleichmäßig vom Genick bis zur Blumenspitze.
Die Seitenzeichnung wird gebildet von nicht zu großen, freistehenden Flecken.
Etwa 6-8 Seitenflecken auf jeder Seite gelten als ideal.
Sie sollen auf Flanken und Schenkel möglichst gleichmäßig verteilt sein.
Nicht zu berücksichtigen sind etwa vorhandene Flecken an Brust, Bauch , Läufen und der Unterseite der Blume.
Die Rheinische Schecke ist eine Rasse, der man sich meist um der Kunst des Züchtens willens zuwendet.
Zeichnungsanlagen und Dreifarbigkeit bedingen die Schwierigkeit der Zucht.
Es gilt als Glücksfall, wenn in einem Wurf einige wenige brauchbare Tiere fallen; doch tröstet ein wirklich gutes Tier über jahrelanger Enttäuschung hinweg.
Die Rasse verfügt über einen recht konstanten Züchterkreis.
Sie ist vital, robust und anerkannt wirtschaftlich.
Insbesondere gilt es nun, da die Rasse in Bezug auf Form und Fell in den letzten Jahren deutlich verbessert wurde, die Rumpfzeichnung zu verbessern.
Bei vielen Tieren stehen die Seitenflecken oft nicht genügend frei, sondern laufen ineinander.
Stehen die Seitenflecken jedoch schön frei, so ist nur allzu oft der Aalstrich zu bemängeln, weil dieser recht schmal wird.

Gewicht: 2,75 bis 3,75 kg
Normalgewicht: 3,75 kg und mehr
Höchstgewicht: 4,50 kg