Kaninchenrassen - Thüringer

Thüringer
mittelgroße Rasse
Thueringer

Gewünscht wird ein kurzes, gedrungenes Tier mit starkem Kopf und kurzen, fleischigen Ohren in der klassischen Gelb - Nichtwildfarbe.
Viele Tiere der Rasse zeigen außerordentliche Frohwüchsigkeit.
Idealtiere dunkeln auch beim Altern kaum nach.
Der Bürgerschullehrer David Gärtner aus Waltershausen / Thüringen begann in den 90er Jahren, den Wirtschaftswert von Schwarzsilber und Rassekaninchen mit Hilfe eines grauen Lothringer-Riesen-Rammlers zu erhöhen.
1896 hatte er 7-9pfündige Tiere mit ausgesprochenem Widdertyp.
Anlässlich der Drachenfelsschau 1900 bei Leipzig stellte er seine Großsilber und Großrussen aus.
Sie wurden abgelehnt.
Wenig danach entdeckte Gärtner in einem Wurf ein "gemsfarbiges" Tier; "die Thüringer Gemse".
Das "Schamoa-Kaninchen" war geboren.
1900 gründete Gärtner einen Zuchtverein; er wurde 1905 durch den von Emil Piegsa gegründeten 1.Chamois-Rasseklub ersetzt.
Der Rasse blieb lange Zeit eine gediegene Förderung versagt.
Der Status einer Wirtschaftsrasse wurde ihr aberkannt, noch 1953 galt sie als vielfach unbekannt.
Heute rangiert sie in der Nähe der Spitzenrassen.
Leider ist die Bewertung auch heute noch recht uneinheitlich.
Obwohl der Standard eindeutig einen mittleren Farbenschlag bevorzugt, gibt es noch Züchter und Preisrichter, die den dunklen vorziehen, obwohl seine Tiere in der Regel so stark nachdunkeln, dass keine differenzierten Abzeichen mehr erkennbar sind.
Außerdem tendieren diese Tiere recht häufig zu bläulicher Rückenunterfarbe.
Die Deckfarbe sei rein und sattgelbbraun.
Über das Deckhaar breitet sich dunkelbraunes Grannenhaar wie ein russartiger Schleier.
Die Bauchfarbe ist ebenfalls russartig dunkel und leichte Abweichungen der Deckfarbe nach Hell oder Dunkel sind gestattet; doch sind Tiere mit der mittleren Farbe vorzuziehen.
Das Thüringer Kaninchen ist in hohem Maße wirtschaftlich, vor allem aber robust und frühreif; es besitzt, nicht zuletzt durch Farbe und Abzeichen, eine Reihe interessanter Rasseeigentümlichkeiten.
Das Fell liefert unveredelt hervorragendes Pelzwerk.
Die Farbe unterliegt den Einflüssen der Temperatur analog zur Kälteschwärzung des Russenkaninchens.
Das Fell wird fleckig, die älteren Tiere werden ohnehin von Jahr zu Jahr dunkler.
Sie verlieren dann wohl an Ausstellungs-, nicht aber an Zuchtwert.
Ein verlässliches Urteil gestattet nur ein völlig durch gehaartes Fell.

Gewicht: 2,50 bis 3,50 kg
Normalgewicht: 3,50 kg
Höchstgewicht: 4,25 kg