Kaninchenkrankheiten

Bei allen Krankheiten ist es ratsam den Tierarzt aufzusuchen!!

Kaninchen können 8-10 Jahre alt werden

Krankheiten vorbeugen

Unterernährung wärend der Säugezeit hat Unfruchtbarkeit zur Folge und erhöht das Krankheitsrisiko. Die bei Jungtieren überwiegend durch Darmerkrankungen verursachten Verluste und Beeinträchtigungen der Gesundheit werden überwiegend durch Kokzidiose verursacht. Das sind "Faktorenkrankheiten". Das ist der Fall wenn keine Rücksicht darauf genommen wird, dass die Entwicklung des Verdauungsvermögens beim Kaninchen, wie bei allen Säugetieren und auch beim Menschen, vom Alter abhängig ist. Insbesondere stärkehaltiges Futter z.B. Getreide, Mais und deren Nebenprodukte kann von jungen Kaninchen nur eingeschränkt verdaut werden. Unverdaute und daher nicht resorbierte Nährstoffe ermöglichen die Vermehrung der Erreger. Den hierdurch verursachten Darmerkrankungen wird durch Aufzuchtfutter vorgebeugt, das bereits vor der achten Lebenswoche verdaut werden kann (Starterfutter). Der vorbeugende Effekt wird in Frage gestellt, wenn die Jungtiere das Futter der Häsin mitfressen können. Das Krankheitsrisiko kann auch durch die Begrenzung der Futteraufnahme verringert werden. Im Vergleich zur beliebigen Aufnahme von pelletiertem Alleinfutter sind die Verluste bedeutend geringer. Die geringere Zunahme werden dann erhöht, wenn anschließend pelletiertes Alleinfutter beliebig aufgenommen werden kann. Die Größe der Futterpartikel hat keinen Einfluss auf die Erkrankung. Unbeeinflusst von der Ernährung wird das durch Bakterien verursacht Krankheitsrisiko auch durch die Erkrankung an Darmkokzidose erhöht. Dann dienen den Erregern bakterieller Darmerkrankungen verdaute Nährstoffe als Nährmedium, die wegen der Beschädigung der Darmschleimhaut nicht resorbiert werden können. Auf Einstreu ist besonders zu achten, weil das Kaninchen mit Kot verschmutzte Teile daraus aufnimmt. Das ist darauf zurückzuführen, dass bei der Haltungsvorm der Häsinnen meistens Ausscheider von Oozyten sind, der Ansteckungsform der Kokzidiose. Unbeeinflusst durch die Ernährung und die Erkrankung an Darmkokzidiose werden, wie beim Menschen durch EHEC, Darmerkrankunen beim Kaninchen auch durch pathogene Serotypen von E. coli verursacht. Hierdurch verursachten Erkrankungen wird ebenso wie der Kokzidose durch die Reduzierung des Ifektionsrisikos mit folgenden Maßnahmen vorbeugt:

Kontakte zwischen Jungtieren und der Häsin sind auf das Säugen zu beschränken und die Jungtiere spätenstens 28 Tage nach der Geburt abzusetzen, da die Häsin während der Säugeperiode die alleinige Infektionsquelle ist.Die Haltung auf Einstreu erhöht das Krankheitsrisiko.Die Häsin ist eine Woche vor dem Decken mit einem Kokzidiostatikum zu behandeln, Wenn sie Oozyten ausscheidet.

Da für den Kaninchenhalter nicht zu erkennen ist, durch welche Erreger Darmerkrankungen verursacht werden, muss sowohl das Infektionsrisiko reduziert als auch starterfutter verfüttert werden.

Unbeeinflusst von neuen Erkenntnissen und unabhängig von der Ernährung ist die Aufzucht des Hauskaninchens seit jeher mit hohen Verlusten verbunden. Im Zusammenhang mit der Verfütterung von Grünfutter auftretenden Darmerkrankungen werden entweder durch falsche Lagerung des Futters Erhitzung oder, wie beim Wildkaninchen, durch die Erkrankung an Darmkokzidiose verursacht. Ernährungsbedingte Erkrankungen werden ferner durch Pflanzen verursacht, die Gifte enthalten oder Substanze, die Gifte enthalten enthalten in den Substanzen, die bei unbegrenzter Aufnahme Erkrankungen hervorrufen z.B.Rübenblatt, Kohlarten.

 

Abmagerung

Kaninchen frisst nicht mehr, es können viele Ursachen dahinterstecken, Zahnprobleme, Würmer, Verdauungsstörungen, ein Gang zum Tierarzt ist unumgänglich

Aggression
entstehen meist durch falsche Haltung, Krankheiten oder in seltenen Fällen durch Klärung der Rangordnung

Albino
kommt aus dem lateinischen (albus) und bedeutet weiss. Weisse Kaninchen mit roten Augen sind licht- und sonnenempfindlicher als andere Kaninchenrassen

Allergien 
Kaninchen können, wie viele andere Haustiere auch, beim Menschen Allergien auslösen, vor Anschaffung ist daher zu überdenken, einen Allergietest machen zu lassen, auch z.B. wenn jemand auf Heu allergisch ist

Artgerechte Haltung
Kaninchen sind Gesellschaftstiere, sie sollten nur zu zweit gehalten werden, beste Kombination, kastrierter Rammler mit Weibchen

Aufstampfen – Klopfen
 Warnung vor Gefahr, Zeigen von Angst

Alter - Leben(sabend) mit einem alten Kaninchen

Alter ist keine Krankheit - soviel vorneweg! Es ist ein ganz natürlicher Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Es gibt auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum und keine klare Antwort auf die Frage, ab wann ist mein Kaninchen alt?Kaninchen können durchaus 11 Jahre alt und noch älter werden. Sie zählen jedoch meist bereits ab dem Erreichen von 6-7 Jahren zu den Senioren. Während es für Hund und Katz Vergleichstabellen gibt, in denen man das Tieralter suchen und das entsprechende Menschenalter ablesen kann, gibt es das für Kleintiere nicht.Man kann in etwa sagen, dass ein 6-7 jähriges Kaninchen mit einem 60jährigen Menschen und ein 11jähriges Kaninchen mit einem Menschenalter von zwischen 85 und 90 Jahren vergleichbar ist. Dies sind jedoch meine ganz persönlichen Erfahrungswerte. Und wie auch ein 60jähriger Mensch sehr rüstig oder aber auch sehr betagt sein kann, so ist dies auch bei erst 6jährigen Kaninchen möglich.Nicht zwingend sind ältere Kaninchen nur krank, doch natürlich verändert sich so einiges an ihnen:

Der Körperbau verändert sich, die Krallen werden rissig/brüchig, die Zähne können sich lockern und vielleicht auch ausfallen, die Pupillen sind vielleicht etwas matt usw. Viele Tierhalter älterer Tiere beobachten, dass ihre Senioren einfach wesentlich mehr schlafen. Manchmal scheint es, sie verschlafen den ganzen Tag und bewegen sich lediglich zur Fütterung mal.

Bezoaren(Haarballenbildung)

Es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang, bei langhaarigen Kaninchen kann es zum Problem werden: die Bildung von Haarballen (Bezoaren). Dabei handelt es sich um verfilzte Haare im Verdauungstrakt des Kaninchens. Bei der täglichen Fellpflege verschluckt das Tier regelmäßig Haare, die in der Regel problemlos den Magen- Darmtrakt passieren. Leidet das Tier allerdings unter Haarausfall oder hat besonders langes oder dickes Fell, besteht die Gefahr, dass sich die Haare in Magen oder Darm zusammenballen und die Verdauung stören.

Symptome

Dem Halter fallen teilweise Kotgebilde auf, bei denen die einzelnen Kotballen schnurartig durch längere Haare verbunden sind. manchmal kann eine Haarballen bildung beim Kaninchen gesundheitliche Probleme hervorrufen. Große oder zahlreiche Haarballen in Magen und Darm können die Passage des Verdauungsbreis behindern. Die Symptome sind eine leichte Verstopfung bis hin zu kompletten Verschluß des Magenausgangs. In schweren Fällen entstehen eine lebensgefährliche Magenüberladung und eine Trommelsucht. teilweise beginnt es zu gären. Als Symptome sind ein geblähter Bauch, eine Schmerzreaktion beim berühren, Fressunlust und apathisches verhalten beim Tier zu bemerken.

Diagnose

Bemerkt man, das das Kaninchen weniger oder gar keinen Kot mehr absetzt, ist eine tierärztliche Diagnostig unbedingt erforderlich. Dies gilt auch, wenn das Tier Fressunlust und andere Krankheitssymptome zeigt, oder sein Bauch gebläht ist. Bei der körperlichen Untersuchung betastet er den Bauchraum und achtet dabei auf Schmerzreaktionen des Tieres.Und wie sich Magen und Darm durch die Bauchdecke anfühlt. Eine teigige Struktur des Magens kann auf eine Magenüberlagung durch Bezoare hinweisen, ein verhärteter Bauch auf Blähungen durch Trommelsucht. Verfahren wie Ultraschell und Röntgenuntersuchungen können bei der Diagnostik helfen.

Behandlung

Es ist ratsam, nach Rücksprache mit dem Tierarzt abführende Mittel zu verfüttern, um die Magen- Darm- Passage der Bezoare zu erleichtern. Zeigen sich Symptome wie Verstopfung, ist auf jeden Fall ein Tierärztlicher Besuch ratsam. Teilweise sind dann spezielle Abführmittel sinnvoll. Bewirken die Haarballen einen Verschluß von Magen oder Darm, kann eine Operation notwendig sein. Unter Umständen benötigt das Kaninchen außerdem Flüssigkeit und Schmerzmittel per Infusion.

Prognose

Kleinere Haarballen beim Kaninchen haben in der Regel eine gute Prognose. Sie sind gewöhnlich harmlos und verursachen keine Beschwerden. Ballen sich öfters Haare leicht zusammen, können einfache Mittel wie Ananas, Papaya oder Malzpaste helfen; die Haare werden dann leichter abgeführt.Gelangen jedoch größere Mengen größere Mengen von Haaren in Magen und Darm des Tieres, sind Komplikationen möglich .Kommt es durch größere und feste Haarballen beim Kaninchen zu einem Verschluß der Verdauungsorgane, ist die Prognose weniger günstig und es besteht Lebensgefahr. Eine schnelle Behandlung bessert die Prognose.

Vorbeugen

Bezoare lassen sich nicht vollständig vorbeugen. Das Kaninchen verliert natürlicherweise beim beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst mehr Haare- und es bleibt nicht aus, dass es diese beim Putzen auch aufnimmt. Einige Maßnahmen helfen jedoch,Probleme durch Haarballen beim Kaninchen vorzubeugen.

  • Bürsten Sie die Kaninchen regelmäßig, wenn sie Fell verlieren. Dies ist besonders bei Langhaarkaninchen sinnvoll.
    Verfüttern Sie den Kaninchen vorwiegend Heu. Dadurch unterstützen Sie die Verdauung und beugen der Bildung von Haarballen vor.
  • Stellen Sie den Tieren ausreichend frisches Wasser bereit, bestenfalls in hygienischen Trinkflaschen. Reichen Sie regelmäßig Frischkost, etwa Salat oder frisches Wiesengrün.

Besteht bei einem der Kaninchen übermäßiger Haarausfall, ist es wichtig, die Ursache durch den Tierarzt klären zu lassen, wie sie Ihre Kaninchen beim Fellwechseln unterstützen können, etwa durch das Füttern bestimmter Früchte oder spezieller Präparate.

Wann zum Tierarzt?

Haarballen beim Kaninchen erfordern dringend eine tierärztliche Behandlung, wenn:

  • das Kaninchen weniger oder keinen Kot mehr absetztes kein Futter mehr aufnimmtdas Kaninchen apathisch wirktder Bauch gebläht oder verhärtet ist
  • das Kaninchen Anzeichen von Schmerzenzeigt

Die Ursache für übermäßigen Haarausfall kann mit Hilfe des Tierarztes geklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Blasenentzündung (Zystitis)

Sofort zum Tierarzt/Nottierarzt!

Eine Blasenentzündung ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Es brennt beim „Wasserlassen“, man kann oft nur wenig Urin absetzen, in dem sich meist Blut befindet. Es können Krämpfe der Blase auftreten oder allgemein starke Schmerzen im Unterleib.Bei Kaninchen bemerkt man so eine Zystitis meist selbst eher zufällig, wenn dann eher durch die Diagnose des Tierarztes. Das Kaninchen wird unsauber, setzt tröpfchenweise Urin ab, der sehr rot- oder braungefärbt sein kann. Da sich Urin auch durch gewisse Nahrung verfärben kann, gibt ein Urinteststreifen über das Vorhandensein von Blut sehr sicher Aufschluss.Daran erkrankte Kaninchen ziehen sich meist zurück und verweigern die Futteraufnahme. Es ist daher durchaus sinnvoll möglichst zeitnah einen Tierarzt aufzusuchen, selbst wenn dies am Wochenende/Feiertag oder außerhalb der Sprechstunde ist.Blasenentzündungen entstehen nicht nur, wenn sich das Kaninchen "verkühlt" hat. Meist sind Escherichia coli aus der Darmflora Auslöser. Laut Wikipedia können das jedoch auch „grampositive Kokken, Mykoplasmen, Ureaplasmen, Hefen, Chlamydien, Viren und chemische oder mechanische Reize“ sein, die zu dieser Erkrankung führen. Eine Kotprobe kann daher zusätzlich sinnvoll sein, um ggf. im Darm mögliche vorhandene "Mitbewohner" direkt mitzubekämpfen.Die Behandlung einer reinen Blasenentzündung erfolgt mit Antibiotikum, ggf. einem Schmerzmittel und Infusionen, welche den Urogenitaltrakt spülen sollen. Wichtig ist, dass das Kaninchen wieder selbst frisst. Andernfalls sollte zugefüttert werden. Zusätzlich kann man dem Kaninchen einen verdünnten Tee über das Trinkwasser anbieten. Gerade frischer Löwenzahn und getrocknete Brennnessel haben auf die Harnorgane eine sehr positive Wirkung und werden während einer akuten Blasenentzündung daher von Kaninchen bevorzugt.Schlägt die Therapie an, so verschwindet das Blut im Urin meist nach wenigen Tagen und der Teststreifen ist wieder einwandfrei.Auf den folgenden Fotos sieht man sehr gut, wie stark der Urin sich verfärben kann. Das linke Bild zeigt einen blutigen Urin vom 1. Tag, nachdem bereits die Behandlung gestartet wurde. Das Feld auf dem Teststreifen ganz oben ist dunkelgrün, was für sehr viel Blut im Urin steht. Auf dem Foto rechts daneben ist die linke Spritze vom 2. Tag. Der Urin wurde schon heller, gegenüber dem vom Vortag.

Blähsucht ( oder Trommelsucht)

Kaninchen besitzen ein kompliziertes Verdauungssystem, damit sie im Stande sind, die pflanzliche Nahrung zu verwerten. Für die Verdauung speziell im Blinddarm sind Bakterien und einzellige Lebewesen notwendig. Jede Störung dieser Verdauungshilfen führt zu einer fehlerhaften Verdauung bzw. zu einem Ansteigen von stAörenden Fremdbakterien. Man findet solche Verdauungsstörungen vor allem nach Antibiotikabehandlungen sowie nach plötzlichen Futterumstellungen. Häufig haben die Kaninchen einen aufgetriebenen Bauch mit erheblichen Kolikschmerzen. Die Herz- und Atemtätigkeit wird durch einen Zwerchfellhochstand behindert. Beim Betasten des Bauches fällt der pralle Bauch auf (beim Draufklopfen mit dem Zeigefinger ist ein Ton wie bei einer Trommel zu hören).

Behandlung:

Sofort zum Tierarzt gehen!

 

1. Virusinfektionen


Die am meisten bekannten Virusinfektionen beim Kaninchen sind wohl die Myxomatose und die so genannte Chinaseuche (RHD). Beide Krankheiten verlaufen tödlich. Eine Behandlung ist so gut wie unmöglich. Der beste Schutz gegen eine Infektion und eine gewisse Überlebenschance besteht aus regelmäßigen Schutzimpfungen gegen beide Erreger. Das gilt sowohl für die Übertragung durch Stechmücken als auch durch kontaminiertes Futter für Wohnungskaninchen.


a. Myxomatose:

Die Anzeichen der Krankheit sind nicht einheitlich, da sie von der Virulenz des Virusstammes und der Empfänglichkeit der Kaninchen abhängen.
Typische Krankheitsanzeichen sind:
Entzündungen und Schwellungen an den Augen
Augenausfluss
Bildung von Myxomen (Unterhautödemen)
Das Virus ist im Übrigen sehr widerstandsfähig. So übersteht es ohne große Probleme Trockenheit und Kälte. Eine erfolgreiche Bekämpfung ist durch Erhitzung gegeben. Es ist daher bei Befall von Myxomatose vor der Anschaffung eines neuen Kaninchens zu bedenken, dass der Erreger unter optimalen Bedingungen noch 6 Monate lang in der Umgebung überleben und das neue Kaninchen infizieren kann. Für den Menschen ist das Virus jedoch nicht ansteckend. Bei der Schutzimpfung empfiehlt es sich, diese in den Monaten März/ April und dann wieder im September/ Oktober durchzuführen. Wichtig ist auch bei der erstmaligen Impfung die Durchführung der Grundimmunisierung. Das bedeutet, nach dem ersten Impfen gegen Myxomatose erfolgt nach vier Wochen eine Auffrischimpfung. Erst dann ist die Grundimmunisierung gegeben.



Typische Krankheitsanzeichen sind:

Entzündungen und Schwellungen an den Augen, Augenausfluss ,Bildung von Myxomen (Unterhautödemen)
Das Virus ist im Übrigen sehr widerstandsfähig. So übersteht es ohne große Probleme Trockenheit und Kälte. Eine erfolgreiche Bekämpfung ist durch Erhitzung gegeben. Es ist daher bei Befall von Myxomatose vor der Anschaffung eines neuen Kaninchens zu bedenken, dass der Erreger unter optimalen Bedingungen noch 6 Monate lang in der Umgebung überleben und das neue Kaninchen infizieren kann. Für den Menschen ist das Virus jedoch nicht ansteckend. Bei der Schutzimpfung empfiehlt es sich, diese in den Monaten März/ April und dann wieder im September/ Oktober durchzuführen. Wichtig ist auch bei der erstmaligen Impfung die Durchführung der Grundimmunisierung. Das bedeutet, nach dem ersten Impfen gegen Myxomatose erfolgt nach vier Wochen eine Auffrischimpfung. Erst dann ist die Grundimmunisierung gegeben.

Kieferaszess

Anzeichen:

Sichtbare Abszesse bilden sich im Normalfall direkt unter der Haut, z. B. nach OPs an den Narben, oder auch durch kleine Verletzungen meist im Halsbereich. Sie sind als Verdickung erkennbar/sichtbar und auch leicht tastbar.

Ebenfalls kommen leider häufiger Kieferabszesse vor. Diese Form der Abszesse sind meist zuerst äußerlich nicht sichtbar, nur selten tastbar. Sie äußern sich oft zuerst durch verminderte Nahrungsaufnahme (verbunden mit Gewichtsverlust) beim Tier, durch starkes Sabbern, stärkere Kaubewegung und durch deutliche Anzeichen von Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme. Im fortgeschrittenem Stadium sind Beulen am Kopf und Kiefer sicht- und tastbar.

Die Tierärztliche Untersuchung und Behandlung muss sofort nach dem Erkennen des Abszesses beginnen, je früher behandelt wird, umso größer sind die Heilungschancen!

Entstehung:

Durch kleine Verletzungen z. B. durch Rangkämpfe, oder auch Verletzungen an Ästen oder Heu, oder auch durch OP Narben häufig auch durch die kleinen Löcher die nach dem Fäden ziehen entstehen/Kastrationsabszesse sind nicht selten dringen Bakterien Streptokokken, auch Staphylokokken, Pasteurellen, verschiedene Enterobakterien ein. Diese verursachen eine eitrige Entzündung. Kieferabszesse werden meist durch eine Zahnfehlstellung verursacht, in dem Fall wachsen die Zähne in die Backen der Tiere, und führt zu einer Entzündungen im Rachenraum und kann zuAbszessen führen. Ebenfalls kann es durch Heuhalme zu Verletzungen im Maulbereich kommen - die eine Abszessbildung nach sich führen. Zu starker Druck beim Kauen führt nicht selten auch zu Abszessen an der Zahnwurzel - in dem Fall bildet sich ein Abszess im Kieferbereich.

Diagnose:

Eine eindeutige Diagnose wird vom Tierarzt gestellt. Auf keinen Fall sollte ein Laie einen Abszess öffnen oder selbst behandeln! Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, wird der Abszess punktiert - d.h. der Tierarzt sticht den Abszess an und entnimmt eine Probe des Inhalts. Meist ist eine Kultur unnötig, da der Eiter schon beim punktieren hervorquillt und durch Geruch und Konsistenz leicht als Eiter zu identifizieren ist.

Therapie:

Es gibt mehrere Therapiemöglichkeiten. Ist der Abszess reif, an einer gut erreichbaren Stelle und das Tier sonst bei guter Gesundheit, empfiehlt sich die chirugische Entfernung des Abszesses. In dem Fall wird das Tier betäubt und der Abszess wird samt Abszesskapsel entfernt. Es bedarf dann keiner weiteren Behandlung, allerdings wird natürlich nach so einer OP mindestens 5 Tage lang ein Antibiotikum gegeben. Es ist auch möglich, nach der Reinigung des Abszesses diesen mit Kalzium-Hydroxid zu versiegeln.

Die häufiger angewendete Therapie ist die Spaltung des Abszesses. Dabei wird der Abszess großzügig aufgeschnitten und der Eiter durch herausdrücken entfernt. Anschließend wird die Abszesshöhle gespült. Zum Spülen verwenden wir Rivanol®, die Tabletten werden in Wasser aufgelöst, es entsteht eine gebliche Lösung welche zum Spülen verwendet wird. Ebenfalls geeignet ist Fibrolan®. Es wird in einer schwachen Kochsalzlösung (NaCI 0,6 - 0,9 %) aufgelöst, hat aber den Nachteil, dass es nicht lange haltbar ist. Mitunter wird auch das Spülen mit Wasserstoffperoxidlösung (3%) oder Kaliumpermanganat empfohlen. Allerdings reizt es das Gewebe und ist in der Handhabung für Laien nicht ganz einfach. Vor allem Kieferabzsesse werden vom Tierarzt